Sonntag, 24. Juli 2011

Philosophieren über Open Airs


Der Sommer ist wieder da und es wimmelt nur von Open Air Konzerten und Festivals. Wenn das Wetter mitspielt sind diese Events einfach der Hammer und wenn nicht, sinkt die Moral der Fans beträchtlich.
Ich frage mich immer wieder, warum Open Airs sich so grosser Beliebtheit erfreuen, denn es gibt viele negative Punkte. Wer einmal an einem Open Air war, der weiss, dass schon die simpelsten Angelegenheiten voll in die Hose gehen können, dass sieht man schon beim Zeltaufbau. Hier ein Stecken, da ein Hacken und schon ist das Zelt aufgebaut, also sagen wir nach etwa einer Stunde voll mit Fluchen und Geschimpfe. Doch wenigstens hat der Besucher so einen Platz zum Schlafen und um sich umzukleiden. Aber auch da gibt es so manches Problemchen, denn in den kleinen Zelten ist es unmöglich sich aufrecht zu halten, was beim Hose anziehen schon eine Herausforderung sein kann.
Mein persönlicher Lieblingsaspekt bei Open Airs ist ein ganz simpler, dem jeder Mensch nachgehen muss: Das „aufs-Klo-gehen“! Denn schon nach ein paar Stunden scheinen diese Dixi Klos das ganze Festival Gelände zu verpesten. Jeder, und das sind bei Open Airs so ziemlich alle, der seinen Genüssen nachgibt und ordentlich Bier trinkt, muss früher oder später aufs Klo um den berühmten Bierschiss von sich zu geben. Wenn ich ein Dixi Klo wäre, ich würde schreiend davon rennen und mich in die Antarktis verkriechen, wo höchstens mal ein kleiner Pinguin mich aufsuchen würde, um sein Geschäft zu verrichten. Wer schon einige Tage am Open Air ist, weiss, wie eklig und überfüllt diese Dixi Klos aussehen können. Ein riesiger Turm von Fäkalien und Klopapier wurde mit viel Liebe und Sorgfalt in die Höhe gebaut. Wie soll der Besucher hier seine Notdurft noch verrichten?
Die Duschen sehen auch immer ganz speziell aus, doch ein Freund sagte mir mal: „An Open Airs musst du nicht duschen, da stinkt sowieso jeder!“
Auch das Zähneputzen wird zu einer Challenge, denn die einzige Flüssigkeit die beim Zelt vorhanden ist, ist von alkoholischer Natur. Also, kurz ausspülen und fertig.
Und wenn der Konzertbesucher am Morgen aufwacht, weil er vor Durst nicht mehr schlafen kann, ist das einzige Getränk, das griffbereit ist, ein lauwarmes Bier. Ach Open Airs! Wie freue ich mich auf euch, denn trotz alle dem, sind die Bands, die spielen, immer noch „de füdlebluta Wahnsinn!“
J.R.

Donnerstag, 14. Juli 2011

Für dich erlebt: Irland

Die grüne Insel, das Land von Feen und Kobolden und natürlich dem schwarzen Gold (Guinness) erfreut sich immer grösserer Beliebtheit.
Auch wir wollten wissen, warum Irland eine so grosse Faszination ausübt und darum entschieden wir uns ein Auto zu mieten und einmal um die ganze Insel zu fahren in 10 Tagen. Gesagt, getan, bei uns wird schliesslich nicht lange gefackelt!
Die erste Hürde ist das „auf der linken Seite“ Autofahren. Schon am ersten Tag musste ein Rückspiegel dran glauben, glücklicherweise nicht unserer. Die Iren sind übrigens lebensfrohe, offene und geschwätzige Leute. Ich meine sogar wenn du ihren Rückspiegel zum Krüppel machst, sind sie immer noch freundlich und zeigen Verständnis für ein paar Schweizer, die beim Autofahren immer „oh mein Gott! Du fährst auf der falschen Seite!“ schreien.
Das Vorurteil, dass Iren Alkoholiker sind, kann ich nur bestätigen. Schon bei der Biersorte Stout gibt es mehrere Auswahlmöglichkeiten: Murphy’s, Beamish und natürlich das fabulöse Guinness. Weiter geht’s mit Cider: Da gibt’s bei der Sorte Bulmers (die bei uns übrigens Magners heisst) verschiedene Geschmacksrichtungen wie Berry, Pear oder natürlich Apple. Auch für anspruchsvollere Gaumen gibt’s verschiedene Whiskey Sorten, wie Bushmills oder Jameson. Also, um es kurz zu fassen, die Iren sind ganz schön trinkfest, ich habe gar nicht erst versucht mit ihnen mitzuhalten (*zwinker*).
Ich denke, der Grund dafür, dass die Iren so viel Akohol vertragen können, liegt nicht zu letzt an ihrem fettigen Essen, denn schon das Frühstück sieht wie folgt aus: Würstchen, Speck, Eier, Bohnen, Toast, Kartoffeln und natürlich der berühmte Black und White Pudding. Letzteres hat übrigens nichts mit unserer Vorstellung von Pudding zu tun, sondern es handelt sich um Blut- und Leberwurst.
By the way: Egal welcher Wochentag: In jedem kleinen Kaff gibt es ein Pub, in der abends immer Live Musik gespielt wird, auch wenn es eher wie eine Jamsession wirkt, haben die Iren wirklich den Groove im Blut.
Verbleiben wir jetzt nicht weiter beim Trinken und Essen, denn es gibt so viel mehr zu sehen, als die irische Küche. Zum Beispiel die Landschaft. Da kann ich allerdings nur sagen: Wow! Wenn man an den steilen Klippen steht und die Wellen an den Fesseln zerbesserten, ist man wirklich überwältigt. Zu empfehlen sind hierbei die Cliffs of Moher und der Giant’s Causeway. Doch wer Irland wirklich erleben will, sollte nicht nur das Touristenzeugs machen. Traut euch und fahrt einfach mal den kleinen Strassen nach. Vorsicht ist allerdings geboten, denn die Iren fahren fast so schlimm wie die Italiener und die engen Strässchen erschweren die Fahrt. Der Ring of Kerry bietet beispielsweise einen schönen Überblick über die irische Landschaft.
Die Vergangenheit dieser Insel ist auch sehr interessant: Auf der ganzen Insel verteilt sieht man Steinmauern. Um das Land zu bewirtschaften mussten die Bauern zu erst alle Steine aus der Erde entfernen und da diese sonst sowieso nur herumlagen, machten sie nützliche Mauern daraus um ihr Vieh einzuzäunen. Allerdings gibt es auch viele, die nicht so nützlich sind, diejenigen, die während der grossen Hungersnot in den 1840er Jahren entstanden. Einige englische Lords wollten nicht mit ansehen, dass so viele Iren sterben und wollten ihnen Geld geben, aber natürlich nicht fürs Nichtstun. Wer eine Steinmauer baute, erhielt pro Tag einen Penny, daher auch der Name Penny Walls.
Des Weiteren gibt es im Land mysteriöse Hügelgräber, wie zum Beispiel Knowth oder Newgrange und kleinere Bauwerke mit Steinen, wie der Drombeg Stone circle in Glandore oder der  berühmte Dolmen.
Doch die Iren sind abergläubisch. So wurde ein Fairy Tree, der dem Bau einer Autobahn im Weg stand, nicht gefällt. Niemand im Land wollte den Fluch der Feen auf sich ziehen, denn unter ihrem Zorn müssen alle nachfolgenden Generationen der Familie auch leiden. So wurde ein grosser Bogen um diesen Baum gemacht. Oder auch die berühmten Fairy Circles werden nicht betreten. Viele Touristen tun dies trotzt aller Warnungen. Wir haben es nicht getan, schliesslich respektieren wir den Glauben der Iren.
Wer alte Ruinen sehen will, der ist in Irland genau richtig, denn in jedem Dorf gibt es einen alten Friedhof, alte Steinhüten und Burgen.
Um in Irland zu überleben, braucht es warme Kleidung, denn auch im Sommer wird es nie wirklich wärmer als 22 °C und das Meer ist arschkalt! Die Einheimischen haben alle Neoprenanzüge um es darin auszuhalten.
Fazit: Irland = geiles Land! Geht hin! Macht euch selber ein Bild von der irischen Gastfreundschaft, der Natur und natürlich der unübertrefflichen Mentalität.
J.R. 
Giant's Causeway

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