„Schlitzen, hacken, Zombies schlachten.“ Dies muss wohl das Motto von unserem lokalen Hobbyfilmemacher Al Spicher sein, der für sein Projekt Tollmais Movies kein Auge trocken lässt. Auch ich habe die grosse Ehre, in einem seiner Splatter Filme drauf zu gehen. Wie der Name Splatter schon sagt, geht es um viele Blutspritzer. Mit einfachen Mitteln zaubert der Regisseur tolle Effekte: Seine Requisiten sind vor allem Kunstbluttüten, Sirup-Wasserfarben-Gemische, Plastikkörperteile und Böller. Die Bluttüte und der etwas grössere Frauenfurz werden auf eine selbst gebastelte Schutzplatte an den Körper geklebt, angezündet und schon sieht es so aus, als würde der Zombie gerade von der Hand der Justiz erschossen. Natürlich braucht es noch ein paar schauspielerische Fähigkeiten von den Zombies, ein einfaches Päng reicht da nicht. Schliesslich muss die lebende Leiche noch wie ein Kartoffelsack zu Boden fallen, damit die Illusion des Erschossenwerdens perfekt ist.
Bevor ich als Zombie gefilmt werde, muss ich allerdings noch geschminkt werden, denn auch bei diesen verwesten Körpern gilt: Kleider machen Leichen. Der Dresscode ist simpel, denn nach dem Dreh kann man das mit Kunstblut voll gespritzte T-Shirt eh nicht mehr für eine Gala anziehen. Auf das Gesicht kommt eklige grüne Latexfarbe, etwas Schwarz und Rot.
Danach heisst es eins werden mit dem Waldboden, denn meine Rolle ist es, plötzlich aus der Erde zu erscheinen. Also suchen wir ein Loch, ich liege rein und meine Freunde schütten ganz viel Laub über mich. Dies ist nichts für Leute mit Klaustrophobie, Nyctophobie oder Arachnophobie, denn es ist ziemlich eng in dieser Mulde, dunkel und es scheinen verschiedene Krabbelviecher auf mir ein Picknick zu veranstalten.
Mit einem Beil bewaffnet und meinem Essen, das ich in Form einer Gummihand zu mir nehme, torkle ich durch den Wald. Auch meine anderen Zombiefreunde sehen echt gut aus. Einem wird sogar das Bein abgeschossen! Es ist herrlich zu sehen, was man mit ein bisschen roter Farbe, Schläuchen und ein paar Plastikflaschen alles basteln kann.
Schlussendlich werden wir armen Zombies allerdings von der Elite Truppe Zömbel Squad, zur Erhaltung der menschlichen Spezies, niedergestreckt. Es bleibt die Frage: Sind wir wirklich tot?
Fazit: Diese Filme dürfen die Zuschauer einfach nicht Ernst nehmen, denn sie sind vor allem auf unsere Lachmuskeln angesetzt, und wer das Privileg hat eine kurzlebige Zombierolle zu spielen, darf keineswegs verklemmt oder zimperlich sein. Für mich ist die Berührung mit dieser anderen Art der Kunst ein grosser Spass und das Kind in der Frau darf endlich wieder einmal raus und spielen. Muahahaha!
J.R.

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