Mittwoch, 7. Dezember 2011

Philosophieren über Pendler und Zugpassagiere


Stress, Hektik, Panik und ……..Verspätung.
Um auf den Zug zu gelangen legen einige oftmals einen Sprint zu Tage, der sonst nur bei einem Hochleistungsathletiker zu sehen ist. Wenn wir es dann geschafft haben und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, nämlich auf Gleis 3 um 17:04 Uhr, kommt die grandiose, unglaubliche, mit Nichts zu ersetzende Aussage aus den Lautsprechen: „Der Zug hat circa 15 Minuten Verspätung!“ Welch verheissungsvolle Nachricht. Wahrscheinlich war der Zug zu blöd um auf den Gleisen zu bleiben. Welch Idiotie… Der Schnellzug ist wieder einmal zu langsam, also steigt man auf den Bummler um. Der Bummler ist zwar der schleimige Schneckenkönig unter den Zügen, aber das macht er mit seinen farbenfrohen Passagiern wieder wett. Bei näherer Betrachtung fällt dem Alltagspendler auf, dass es verschiedene Arten von Reisenden gibt. Meines Erachtens lassen die sich in verschiedene Gattungen unterteilen:
  • Der Teenie: Diese Art von halbwüchsigen Wesen tritt nur in Gruppen auf, denn da fühlt er sich wohl und stark. Auch für Laien ist er leicht zu erkennen: Er ist laut, brünstig und hat seine Baseballkappe stets windschief auf dem Kopf. Sein Jargon ist simpel; Redewendungen wie „Ey Mann“ und „Ja voll geil Mann“ sind an der Tagesordnung. Zu beachten ist, dass ein „Mann“ am Satzende steht. Damit sich die Teenies besser finden im Zug, hat einer von ihnen ständig sein Mobiltelefon dabei, dass unaufhörlich „Musik“ abspielt.
  • Der Brummbär: Meistens ist dieses Exemplar schlechter Laune. Nach seiner Denkweise war früher alles besser und heute ist alles schlecht: Das Wetter, die Menschen, die Politik, der Zug, die Schokolade, ja selbst die Schmetterlinge waren in der guten alten Zeit schöner und besser. Diese Pendlerart sollte der Reisenden wenn möglich nicht ansprechen, ansehen oder gar nur in seine Richtung Atmen. Die Konversation, die daraus entstehen könnte, ist eine endlose.
  • Der Verwirrte: Die Menschen, die in diese Gattung gehören, denken ständig, dass sie sich im falschen Zug befinden. Sie fragen ständig den Nachbarn: „Hält dieser Zug in Düdingen?“ *nicken* „Bist du sicher?“ *nicken* „Weil ich muss in Düdingen aussteigen, weißt du?“ Und wenn sich der Nachbar dann fast den Kopf abgenickt hat, sagt die kleine Dame, die sich hinter dem Lautsprecher versteckt: „Nächster Halt: Düdingen.“ Zu den Verwirrten gehören auch diejenigen, die zum ersten Mal an einen Endbahnhof gelangen, denn sie wundern sich, was wohl „Fribourg, Gare Terminus“ bedeutet: „Gare Terminus? Hat den Freiburg zwei Bahnhöfe und einer heisst Terminus?“ Ja, die Billionenstadt Freiburg hat mehrere Bahnhöfe. Dieser Art von Reisenden kann leider nicht mehr geholfen werden.
  • Der Paradiesvogel: Dieser Pendler ist mein persönlicher Favorit. Er macht das Reisen ein Stück lebendiger. Zu dieser Gattung gehört zum Beispiel der Typ namens Güggel, dem ihr vielleicht schon begegnet seid. Mit seinem Hund Lothar und seiner Gitarre versetzt er die stummen Gänge des Zuges mit farbiger Musik. Farbig deshalb, weil ich glaube, dass der Güggel die Töne aus seiner Gitarre bunt sieht. Mit lustigen Parolen, die an das Unikat Mani Matter erinnern, singt er zu seinen Gitarrenklängen. Lothar sitzt wie immer brav neben seinem Herrchen und folgt diesem, wenn er mit einem Hut in der Hand dir Reihen des Zuges abklappert. Der regenbogenfarbene Paradiesvogel und sein treuer Begleiter verlassen allerdings nach kurzer Zeit den Zug.
Wenn der Pendler also im Bummler auf die Gattung der Paradiesvögel trifft, kann er sich glücklich schätzen. Die anderen Arten sind weniger unterhaltsam. Und wenn Güggel seine Lieder singt, verzeiht man dem Zug auch, dass er mit zehn Minuten Verspätung am Zielort angelangt.
Reisen mit dem Zug ist demnach ein Abenteuer: Der Pendler trifft Brummbären, Halbwüchsige, geistig Verworrene und Paradiesvögel. Das Fazit ist also folgendes: Nehmt den Zug, es lohnt sich, manchmal…
J.R.

Philosophieren über das Anstehen


8:00 Uhr, Montagmorgen, der Zug fährt in 15 Minuten. Doch der hungrige Magen will noch ein Gipfeli bevor der Arbeitstag beginnt, also noch schnell zum nahe gelegenen Supermarkt. Doch kaum will man das Gebäck bezahlen, dringt ins Bewusstsein eine erschreckende Erkenntnis: Es hat sich eine lange Schlange vor der Kasse gebildet – der Zug muss wohl oder übel ohne Gipfelikäufer los fahren.
Es ist schon erstaunlich, dass jedes Mal, wenn Mensch sich beeilen muss, eine riesige Kolonne vor der Kasse versammelt ist. Es muss also gewartet werden.
Einige denken einfach auch nicht daran, dass sie während des Wartens ihr Geld schon parat machen könnten, oder wenigstens die Geldbörse aus der Handtasche hervor nehmen könnten. Wenn die Kassiererin alles eingetippt hat und den zu bezahlenden Betrag nennt, heisst es Seitens des Kunden: „Ach, warten Sie schnell, ich muss noch mein Münz zusammen scheffeln.“ Stunden vergehen bei diesem Vorhaben – Endlich, der Kunde hat seine letzten Taler zusammengekratzt. Jetzt wird es sicherlich voran gehen. Aber die Prozedur ist noch nicht vorbei, denn die Kassiererin fragt pflichtbewusst: „Haben Sie unsere Kundenkarte?“, und die Sucherei geht von vorne los… Ist doch egal wenn die Super Card, Cumulus Karte oder Erotik Markt Kundenkarte mal nicht gezeigt wird.  
Es gibt noch andere Gründe: Einige Kunden lechzen oftmals danach, mit den Kassiererinnen ein bisschen Small Talk zu betätigen. Man hat ja sonst niemanden zum Reden. Der Fakt, dass dabei die menschliche Ansammlung dahinter immer grösser wird, scheint für viele nicht von Bedeutung zu sein. Niemand soll bei diesem Kaffeekränzchen stören.
Die Schlimmsten sind diejenigen, die vergessen ihr Obst oder Gemüse abzuwägen. Gemütlich wandern sie zur Waage zurück, tippen langsam die Nummer ein und kleben die Etikette dran. Bei diesem Schneckentempo reisst der Geduldsfaden.
Allerdings sind die Damen hinter der Kasse nicht besser: Wie in Zeitlupe tippen sie ein Nahrungsmittel nach dem anderen ein, ganz schläfrig – sie dösen schon fast *schnarch*... Juhu, ein weiterer Schritt kann gemacht werden und Freudengeschrei, die Kasse wurde erreicht. Doch wie viel mag wohl dieses Gipfeli kosten, da muss Kassiererin das Bilderbuch mit den Preisen konsultieren *seufz*.
Falls der Kunde es jemals schafft, diese Münz- und Kundenkartensuchenden, Gesprächsgierigen und in Zeitlupe lebenden Kassieren hinter sich zu lassen, ist eins gewiss, dass er zu spät kommt, egal wohin.
J.R.

Dienstag, 8. November 2011

Konzertbericht: Amon Amarth

Die Stimme aus Hel’s Reich

Ein tiefes Lachen erfüllt den Konzertsaal in Zürich am vergangenen Montag; Donner ist zu hören und Blitze zu sehen. Einige Besucher werden denken, dass es wohl besser gewesen wäre, den Regenschirm einzupacken. Doch das Gewitter tobt auch ohne Regen und die schwedische Death-Metal Band Amon Amarth lädt zur Huldigung der alten Götter ein.
Das Konzert steht im Zentrum des im März erschienenen Albums Surtur Rising, welches dem Herrscher über Muspelheim und Feuerriesen Surt gewidmet ist.
Das obligatorische Trinkhorn ist wie immer an Johan Hegg’s Gürtel befestigt, aus welchem er sich reichlich bedient als die Menge „ex, ex, ex…“ ruft. Etwas später gibt es noch ein Schnäpschen und somit wird auch klar, warum seine Stimme sich anhört, als wäre sie in den Tiefen der Hel entstanden. Textlich bleiben sich die Schweden treu: Wie immer sind die Werke auf die nordische Mythologie bezogen und auch optisch sehen die Musiker aus, als wären sie aus der Zeit der hünenhaften Wikinger entsprungen.
Was allerdings nicht ganz zu ihrem Erscheinungsbild passt ist die Lichtshow: Farben wie grün, lila und türkis scheinen da etwas fehl am Platz. Aber dies scheint das Haar schüttelnde Publikum nicht zu stören. Auch der Fakt, dass die Gitarrenklänge von Söderberg und Mikkonen fast untergehen, scheint keine Wichtigkeit zu haben. Von Interesse ist lediglich, dass Amon Amarth es schaffen, bis zu den letzten Reihen die Zuhörer zum Headbanging zu animieren. Sänger Johan Hegg scheint diese Momente sichtlich zu geniessen und bedankt sich auf Deutsch: „Sie sind ein verdammt gutes Publikum!“ Eine derartige Höflichkeit ist bei diesem bärtigen Riesen eher unerwartet, aber erfreulich.
Mit Geschenken für die Fans verabschieden sich die fünf Schweden und die tief klingende Stimme des Sängers wird noch für eine ganze Weile in den Ohren der Besucher dröhnen.
J.R.

Montag, 17. Oktober 2011

Konzertbericht: Alice Cooper


Theaterbesuch mal anders

Der mittlerweile 63 jährige Schockrocker Alice Cooper gab am vergangenen Sonntag in Winterthur eines seiner legendären Konzerte zum Besten.
Der Grossteil der Fans scheint schon etwas betagt zu sein und nicht selten kann das aufmerksame Auge ganze Familien mit Kindern entdecken. Der Aspekt, dass auch die jungen Familienmitglieder den Rockmusiker sehen dürfen, ist äusserst amüsant. Schliesslich galten seine Shows in den 70er Jahren als so schockierend, dass sie erst ab 18 Jahren freigegeben wurden.
Anfangs fühlt sich das Publikum etwas irritiert, als der in die Jahre gekommener Sänger mit einem Spinnenanzug auf einem hohen Podest steht und sein Kopf fast die Bekanntschaft mit einem Scheinwerfer machen muss. Beim Absteigen verfangen sich die Spinnenarme am Geländer und so manchem kommt dabei der Kultfilm Spinal Tab in den Sinn. Nach diesem lustigen ersten Eindruck bekommt der Zuschauer fast ein bisschen Mitleid mit dem Rocker, denn alle Blicke sind auf seine blonde Gitarristin Orianthi Panagaris gerichtet. Die 26 Jährige bringt schon einige Erfahrung mit sich: Mit Carlos Santana, Steve Vai, Prince und ZZ Top durfte sie schon die Bühne teilen. Doch sie vermag es nicht, Alice die Show zu stehlen, denn für sein fortgeschrittenes Alter verfügt der Musiker über eine beeindruckend gut erhaltene Stimme.
Was einem aber seltsam vorkommen mag, ist, dass er nicht eine einzige Ansage macht: Es geht ohne lange Übergänge von einem Stück zum nächsten. Nur bei einem neuen Song dreht sich Alice um, wodurch das Publikum die Aufschrift auf seiner Jacke „New Song“ lesen kann.
Als Feed my Frankenstein erklingt, hat sich der Sänger kurzerhand in einen verrückten Professor verwandelt und er versucht, eine Puppe zum Leben zu erwecken. Unerwartet taucht ein zwei Meter grosses Ungeheuer auf, das auf der Bühne umhertorkelt. Schliesslich werden auch noch riesige, mit Konfetti gefüllte Ballons ins Publikum geworfen. Aber das scheint dem alten Rocker nicht genug zu sein: Auf einmal regnet es bunte Papierschlangen (wie bei einem Zirkusbesuch).
Mit dem Wort theatralisch lässt sich dieser Auftritt wohl am besten beschreiben, denn die Selbstironie, über die Alice Cooper verfügt, ist einfach unschlagbar. Letztendlich darf natürlich die traditionelle Enthauptung auch nicht fehlen. Alice ist und bleibt ein Unikat der besonderen Sorte.
J.R.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Philosophieren über die Jugendsprache

„Ey, Mann, was luegsch? Bin i Chino oder was?“ Dies ist nur ein kleines Beispiel dafür, wie die jungen Leute heutzutage parlieren. Die Teenager haben ihren ganz eigenen Stil zu kommunizieren. Niemand weiss genau, was die einzelnen Laute zu bedeuten haben. Was ist beispielsweise abschimmeln oder eine Gammelfleischparty? Bei ersterem handelt es sich nicht um einen weissen Gaul oder ekligen Schimmel: Es bedeutet nichts tun. Eine Gammelfleischparty ist auch nicht ein Fest, an dem es schlechtes  Fleisch gibt: Es ist eine ü. 30 Party.
Die Sprache der Jugend scheint immer härter und primitiver zu werden; so sehen das zumindest einige Leute. Doch wenn ein Linguist gefragt wird, so kann er nur sagen, dass dieses Phänomen schon so alt ist, wie die Sprache selbst. Die Jugend versucht lediglich sich von der elterlichen Generation abzugrenzen. Dies macht sie mit Hilfe der Musik, Kleidung und eben auch mit der Sprache. Schon unser Weimarer Klassiker Goethe hat sich über die Sprache der Romantiker aufgeregt, da sie ihm einfallslos und spröd erschien.
Es muss zur Kenntnis genommen werden, dass die Sprache in einem ständigen Wandel ist. Sie wird sich immer verändern.
Wer denkt, dass die heutige Jugendsprache einfach nur einfallslos ist, der sollte diese genauer unter die Lupe nehmen. Schauen wir uns das Jugendwort des Jahres 2010 an: Niveaulimbo. Dieser aus zwei Wörtern zusammengesetzter Begriff bezeichnet das Absinken des Niveaus, welches sich zum Beispiel im Fernsehprogramm (Talk-, Reality- und Castingshows) beobachten lässt. Der Limbo ist bekanntlicherweise ein Tanz, bei dem der Tänzer immer tiefer gehen muss. Ganz schön einfallsreich, diese Umschreibung, nicht wahr?
Auch die Angst, dass die Abkürzungen wie cu, wtf, oder lol unsere Jugend verblöden lässt, ist unbegründet. Um solche Abkürzungen zu verstehen, muss viel Wissen vorhanden sein. Schliesslich handelt es sich bei den obigen Beispielen um englische Begriffe. Der Verfasser muss also nicht nur einer Fremdsprache mächtig sein, sondern auch wissen, dass beispielsweise der Buchstabe C im Englischen genau so ausgesprochen wird wie das Wort see und das U wie you.
Die Jugendsprache ist also äusserst erfinderisch, auch wenn es uns manchmal nicht so vorkommt. Wir müssen diesen Sprachwandel akzeptieren, denn er ist unaufhaltsam.
J.R.

Philosophieren über Blähungen

Ein Freund hat mal ne witzige Geschichte erzählt: Ein Typ ist in einem Restaurant und muss unbedingt pupsen. Da er aber nicht will, dass das jemand mitkriegt, hat er sich entschieden im Takt der laufenden Musik zu pupsen. Ein paar Mal furzt er also fröhlich vor sich hin. Als er das Restaurant verlässt, schauen ihn alle Gäste verständnislos an. Erst draussen bemerkt er, dass die Musik, zu der er im Takt gepupst hat, nur in seinen Kopfhörern zu hören war… Somit waren alle Zeugen seines lustigen Konzerts. Er hat sich natürlich in Grund und Boden geschämt, wobei er sich vorgenommen hat, nie mehr auch nur einen Fuss in dieses Restaurant zu setzten.
Fürze sind schon etwas Lustiges. Oft dienen sie der gemeinsamen Unterhaltung: Wenn immer ein Grossvater Blähungen hat, müssen seine Enkelkinder darüber lachen, obwohl beide Generationen unverzüglich von der Oma mit einem scharfen Blick bestraft werden.
Heutzutage sehen wir das mit dem „Gas-Ablassen“ nicht so easy. Wenn jemand in der Öffentlichkeit ein Tönchen von sich gibt, rümpfen die Passanten oftmals die Nase, auch wenn sich der Duft sofort verflüchtigt. Dabei wissen die Meisten gar nicht, wie schwer es ist, sich einen Pupser zu verkneifen, wenn das Gas unbedingt raus will. Wer doch versucht, dies zu unterdrücken, muss mit starken Bauchschmerzen kämpfen. Der Leidende weiss ja selber, dass er vielleicht nicht so viele Zwiebeln, fast rohes Fleisch oder Bohnen hätte essen sollen. Aber in dem Moment hilft Reue nichts, es muss einfach unbedingt gepupst werden.
Was soll in einer solchen Situation getan werden? Wer eine Toilette in der Nähe hat, sollte sie schnell aufsuchen und wer keine hat, kann während des „Gas-Ablassens“ immer noch ganz laut husten, damit der kleine Pupser übertönt wird. Falls der Ton allerdings lauter ist als das Husten, sollte sich der Betroffene keine Gedanken über die angewiderten Blicke der Passanten machen. Schliesslich muss jeder pupsen, es ist einfach menschlich.
Und wie mein Grossvater schon immer zu sagen pflegte: „Lieber unter den Leuten furzen als alleine Bauchweh haben.“
J.R.

Dienstag, 27. September 2011

Für dich getestet: David’s Music World

Die Musikschule David’s Music World in Düdingen erfreut sich seit 1996 wachsender Beliebtheit. Sie bietet Gitarren-, Schlagzeug-, Bassgitarren-, Tambouren-, Klavier-, Keyboard- und Gesangsunterricht an. Zudem können auch noch Kurse in Theorie und Gehörbildung, musikalische Früherziehung, Sprech- und Schauspielunterricht belegt werden. Meine Wenigkeit nimmt seit einigen Jahren Gitarrenunterricht an der DMW und der Erfolg dieser Schule hat in meinen Augen mehrere Gründe:
  • Es ist anders, als das Konservatorium: Der Schüler kann ganz in seinem eigenen Tempo lernen und wird nicht durch Prüfungen unter Druck gesetzt, die am Konsi schon nach drei Jahren anstehen. Schliesslich lernen einige langsamer als andere.
  • Auf persönliche Wünsche und Interessen wird eingegangen: Schon öfters ist es vorgekommen, dass ich ein Lied gehört hatte, welsches ich unbedingt lernen wollte. Dies stellte nie ein Problem dar, da mein Lehrer stets bereit war, mir dabei behilflich zu sein. Ein strikter Lehrplan ist also nicht vorhanden, denn jeder Schüler will auf ein anderes Ziel hinarbeiten.
  • Jahreskonzerte: Die DMW bietet nicht nur Einzelunterricht an; das Highlight der Schüler ist, einmal im Jahr auf der Bühne des Podiums stehen zu dürfen. Somit können schon die Kleinen erleben, wie es ist mit verschiedenen Leuten und anderen Instrumenten in einer Band zu spielen.
  • Hilfestellung bei anderen Events: Es ist schon mal vorgekommen, dass eine Musikgesellschaft (so eine mit Blasinstrumenten) mich angefragt hat, ob ich nicht bei ihrem nächsten Konzert ein Solo spielen könnte. Easy, dachte ich, aber auch da musste mir mein Lehrer helfen das Solo zu lernen, was er natürlich gern getan hat.
  • Gutes Umfeld: Das Besondere an der DMW ist, dass sie Schüler aus verschiedenen Altersgruppen unterrichtet, ganz im Sinne von „man ist nie zu alt, um etwas zu lernen“ und auch die Lehrer sind „jung geblieben“.  Der Umgang unter den Schülern und Lehrern ist sehr kollegial und so entsteht ein angenehmes Lernklima. Übrigens sind die Lehrer auch immer für ein Spässchen zu haben, hierzu eine kleine Anekdote: An meinen allerersten Jahreskonzert war ich sichtlich nervös – um nicht zu sagen hyperaktiv. Zwei gewisse Lehrer haben sich einen Spass daraus gemacht, mir zu sagen, dass meine Gitarre kaputt gegangen sei! Als sie meinen fassungslosen und entsetzten Gesichtsausdruck sahen, lachten sie herzhaft.
Fazit: Die DMW ist ein Ort, an dem man neue Freunde trifft, mit Gleichgesinnten musizieren kann und vor allem, sein Lieblingsinstrument erlernt. Probiert es einfach mal selber aus. Eine kostenlose Schnupperlektion wartet auf euch!
J.R.

Mittwoch, 21. September 2011

Für dich erlebt: Plattentaufe von The Burden Remains



Die Augen fühlen sich unglaublich schwer an, nur mit Mühe gelingt es mir, sie zu öffnen, und mit einem lauten Stöhnen versuche ich aufzustehen. Was ist letzte Nacht passiert? Alles, was mich daran erinnert, sind die Nackenschmerzen und meine total zerzauste Frisur: The Burden Remains gaben ein unglaublich energiegeladenes Konzert zum Besten. Es lohnt sich also, die Bruchstücke in meinem Kopf zusammenzusetzen und dieses Highlight nochmals Revue passieren zu lassen für diejenigen, die dabei waren und für alle, die sich fragen, ob es sich lohnt an ein Konzert von diesen Lausbuben zu gehen:
Nach langem Warten ist nun endlich der Moment gekommen, an dem die ehemals als Cideraid bekannte Band The Burden Remains ihr Album fertig gestellt hat und dies auch gebührend feiern wollen. Viele Metalfans aus verschiedenen Teilen der Schweiz pilgern zu diesem Anlass ins Nouveau Monde in Freiburg. Es kommen immer mehr bekannte Haarmonster in den Konzertsaal und Tommy Schweizer, dem Sänger und Bassisten, ist die Nervosität sichtlich ins Gesicht geschrieben. Schliesslich muss er seine Stimme schonen und isst zu diesem Zweck reichlich Ricola Bonbons. Nicht nur er, sondern auch die anderen Bandmitglieder haben sich auf diesen Anlass vorbereitet: Der Schlagzeuger Silvan Mangold scheint eine neue Frisur zu haben, doch verbirgt er diese ganz geschickt mit der Begründung: „Erst wenn das Konzert anfängt, nehme ich meine Mütze ab.“
Die geliebte Jeanskutte vom Gitarristen Thomas Jenny wurde hoffentlich zu diesem Anlass noch ein bisschen zusammengeflickt, damit sie den Strapazen standhalten kann, aber dies sind nur Spekulationen, denn was alt bewährt ist, sollte man nicht verbessern. Und auch der andere Gitarrist, Philippe Aebischer, hat wieder seine wunderschöne Gibson Les Paul dabei.
Nun ja, wie alle sehen können, haben sich die vier Freunde herausgeputzt, gut und lange vorbereitet auf diese Plattentaufe. Ihr Baby hat übrigens den Namen Downfall of Man und in ihren Texten ist dies auch das Thema.
Mit einem wuchtigen Anfang, namentlich dem Song To The Wolves, können die Fans nun endlich ihre Nackenwirbel strapazieren und die Haare zum Fliegen bringen. Die Musik scheint durch jedes einzelne Glied des Körpers zu rasen und erfüllt ihn mit einem Gefühl, dass ich nur mit dem Wort superkalifragilistikexpialigetisch bezeichnen kann. Da die Deutung dieses Worts allerdings vielseitig sein kann, versuche ich hierbei dieses Gefühl näher zu beschreiben: Wenn die Musik von The Burden Remains zum Ohr gelangt, löst dies sogleich eine höhere Gehirnaktivität aus. Es kommt zur Ausschüttung von Endorphinen, wobei der Schmerz, der sich im Rücken und im Nacken durch das Schütteln des Kopfes ausbreitet, unterdrückt wird. Kurz gesagt, man fühlt sich, als hätte man eine Droge eingenommen, denn man ist absolut begeistert und glücklich. Diese Droge hat allerdings keine Nebenwirkungen und ist total legal, doch Suchtpotenzial ist bei dieser Musik sicherlich vorhanden. Nun gut, ich schweife wieder einmal ab.
Doch, was wäre dies für ein Erlebnisbericht, wenn ich nicht kurz versuchen würde, den Stil von The Burden Remains zu beschreiben. Diese Musik mit einfachem Thrash Metal gleichzusetzen, wäre wohl the easy way out. So erinnern manche Songs an die Band Nevermore, allerdings lassen sich auch Elemente aus dem Death Metal wieder finden. Die Band selber beschreibt ihren Stil mit Begriffen wie Metal, Thrash und Progressive. Die Texte scheinen den Nerv der Zeit zu treffen: „Men are but creatures full of lust weak-minded treacherous and blind“ dieser Ausschnitt zeigt es deutlich: Es geht um den Mensch schlechthin, um seine Fehler und seine Unvollkommenheit, aber auch um unsere heutige Konsumgesellschaft.
Nun denn… Ihr seht (oder besser lest) es lohnt sich auf alle Fälle sich mit The Burden Remains auseinanderzusetzen und auch mal ein Konzert zu besuchen. Wer ihre Musik hören möchte, kann das gesamte Album gratis (!!!) auf ihrer Website www.theburdenremains.com herunterladen.
Und ich kann euch versichern, die Konzerte sind immer ein Highlight: Da sie nun nicht mehr Cideraid heissen und somit auch nicht mehr auf Cidre zurückgreifen können, entschieden sich die Jungs an der Plattentaufe eine Flasche Bourbon ins Publikum zu werfen, ganz im Sinne von The Bourbon Remains. Während des letzten Songs durften die Fans auf die Bühne und mit aufblasbaren Gitarren mitrocken.
Fazit: Nackenschmerzen am nächsten Tag sind also fast Pflicht, denn man muss zu dieser Musik einfach den Kopf schütteln.
J.R.

Dienstag, 13. September 2011

Philosophieren über die Freundschaft


„Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Schönste was es gibt auf der Welt. Ein Freund bleibt immer Freund und wenn die ganze Welt zusammenfällt!“ Diese Weisheit aus dem Film Die Drei von der Tankstelle, welcher im Jahre 1930 erschienen ist, bewahrheitet sich auch heute noch. Freundschaft ist das A und O, das Ein und Alles, das Sponge und Bob in unserer Zeit. Doch, was zeichnet einen guten Freund aus? Was muss beachtet werden, um eine Freundschaft zu pflegen?
Wenn man dieser Frage nachgeht, fällt einem schon in der Werbung eine mögliche Antwort darauf auf: Ferrero Küsschen gibt folgende Regeln der Freundschaft an: „Nr. 14: Gute Freunde fallen nicht einfach vom Himmel. Sie verdienen es, verwöhnt zu werden.“ „Nr. 9: Gute Freunde tauchen mal ab, aber auch immer wieder auf.“ „Nr. 8: Gute Freunde verstehen sich auch ohne Worte.“ Und die wichtigste Regel: „Nr. 1: Guten Freunden gibt man ein Küsschen.“ Diese Regeln sind allerdings allgemeingültig und können auch auf Verwandte oder tierische Freunde zutreffen.
Jedoch gilt es zu berücksichtigen, dass es auch verschiedene Arten der Freundschaft gibt, so wie beispielsweise die der „Bro’s“. Dies ist die Bezeichnung für Männerfreundschaften und Barney Stinson, aus der Erfolgsserie How I Met Your Mother, ist ein echter Experte und hat seine eigenen Regeln aufgestellt:
  1. Eine Bro-Freundschaft darf niemals durch Frauen, Liebe und Sex gefährdet werden.
  2. Ein Bro versorgt seine Bro's in Notsituationen mit Kondomen.
  3. Ein Bro ist dazu verpflichtet, jede Dummheit zu begehen, wenn die Bro-Mehrheit dafür stimmt.
Dies sind nur einige Richtlinien, denn es gibt ein ganzes Buch davon: The Bro Code ist mit Barney Stinson’s Lebensweisheiten gefüllt.
Jeder hat also seine eigene Vorstellung von einem guten Freund und somit wird Freundschaft individuell definiert. Doch in einem Punkt sind sich alle einig: Das Leben macht mehr Spass, wenn man gute Freunde hat, mit denen man es geniessen kann.
Wir sollten also öfters an unserer Kumpels, Amigos, Genossen, Sympathisanten, Gleichgesinnte und Bro’s denken und darum mögen wir unsere Gläser erheben und auf unsere unersetzbaren Freunde anstossen. Auf euch!
J.R.

Dienstag, 6. September 2011

Philosophieren über die Monotonie des Alltags

Aufstehen, frühstücken, arbeiten, Mittagspause, wieder arbeiten und danach essen und schlafen gehen und dies Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr bis zum Ende der Zeit. Zwischendurch kacken nicht vergessen. Die Monotonie des Alltags scheint unaufhörlich zu sein wie die Existenz eines Mistkäfers, der dazu verdammt ist ständig Dreck vor sich herzurollen, hin und her, bis er selber zu Abfall wird. Diese gehirnzellentötende Routine macht Menschen dumm ohne, dass sie es bemerken, denn durch dieses wiederholende Muster sind viele nicht mehr offen für Neues oder Unerwartetes. Ganz im Stil von: „was der Bauer nicht kennt, isst er nicht“ werden auch ungewöhnliche Aktivitäten verpönt und als nichts Gutes für zivilisierte Bürger angesehen. Schliesslich gilt es nicht nur Gewohnheit in das Leben zu bringen nein, auch die Charakterzüge eines funktionierenden Mitglieds der Gesellschaft werden der Masse angepasst. So ist es zum Beispiel nicht mehr erlaubt am Arbeitsplatz oder in öffentlichen Räumen seine Gefühle zu zeigen. Ist der Bürger traurig und weint, heisst es, er sei eine Heulsuse. Ist er jedoch glücklich und lacht, hat er bewusstseinserweiternde Drogen eingenommen. Doch Gefühle bei Seite, es ist schlimm genug, dass unsere Lebensweisen routiniert sind.
Viele argumentieren, dass sie gar kein langweiliges Leben führen, denn schliesslich haben sie viele Hobbies: Dienstagabend Jassen mit Freunden, Mittwoch proben mit der Musikgesellschaft, Donnerstag ins Fitnesscenter und Samstagmorgen das Kreuzworträtsel machen. Wo bitteschöne ist da das Unerwartete und Aufregende, wenn man genau weiss, wo man wann hingeht und was man da macht?
Mein Tipp um seinen Horizont zu erweitern und dem langweiligen Alltag den Stinkefinger zu zeigen ist: Mindestens einmal pro Monat etwas tun, was man sonst nie tun würde wie zum Beispiel zum Bahnhof gehen und schreien „Ich habe eine Bombe“, an einer Naziparade teilnehmen mit einem T-Shirt auf dem steht „Hitler war voll schwul“ oder Frauen an die Brüste fassen und überlegen ob diese nun echt oder mit Silikon gefüllt sind. Somit lernt man schnell viele verschiedene Leute kennen und es wird einem garantiert nie langweilig, denn schliesslich kann man nie wissen, wie diese reagieren werden.
Ihr seht also, es ist nicht so schwer dieser Einöde zu entfliehen, denn schliesslich findet der Alltag, wie der Name schon sagt, im All statt.
J.R.

Philosophieren über das Gesetz des Widerspruchs

Wie Heinrich von Kleist schon einmal bemerkte, sind wir dem Gesetz des Widerspruchs unterworfen. Dies soll nun kurz erläutert werden: Das Gesetz besagt, dass wir immer das Gegenteil tun von dem, was uns gesagt wird oder unserem Gegenüber auch stets widersprechen. So sagt zum Beispiel unsere Mutter zu uns, in frühen Kinderjahren, dass wir den Kaktus auf dem Balkon nicht berühren sollen, da dieser sticht. Und was tun wir? Wir glauben dieser alten Frau nicht, denn die Pflanze sieht so schön weich und fluffig aus und wir sind überzeugt, dass dieser Kaktus uns niemals stechen wird. Ein lautes „Au!“ ist die Folge von unserem Wunsch der Mutter das Gegenteil zu beweisen.
Aber auch in unseren Erwachsenjahren lässt sich dieses Phänomen beobachten. So sagt mein Kollege beispielsweise, dass das Gitarrensolo von folgendem musikalischen Stück einfach das Beste seit Jimmy Hendrix persönlich sei. Ich schwöre auf Himmel und Hölle, würde sogar meine Hand dafür ins Feuer legen und sage, dass dies das schrecklichste Gitarrengequietsche ist, das ich jemals gehört habe. Ja es sei sogar eher mit dem Krächzen eines malträtierten Meerschweinchens zu vergleichen, als mit musikalischen Tönen und dies sage ich alles nur, weil ich meinem Gesprächspartner nicht zustimmen will.
Warum tun wir das? Warum machen wir das Gegenteil von dem was uns unsere Eltern sagen und warum widersprechen wir unseren Gesprächspartnern? Ist es der Wunsch nach Individualismus? Dem Wunsch sagen zu können: „Nur weil das dir passiert ist muss es mir nicht auch passieren“ oder „nur weil du das so siehst muss es noch lange nicht stimmen“?
Es sei dahingestellt, was uns dazu bewegt, immer und überall zu widersprechen, aber wenn man sich dieses Phänomens erst einmal bewusst ist, ist es doch äusserst amüsant den Leuten bei ihren Gesprächen zuzuhören und wenn einer sagt: „Guck mal dieses hässliche Kleid dort“ wird man als aufmerksamer Zuhörer wissen, was der Andere zur Antwort geben wird.
J.R.

Mittwoch, 24. August 2011

Für dich getestet: River Rafting


Spontaner Anruf von einer Freundin: „Hey, wir gehen nach Interlaken um River Rafting zu machen, bist du dabei?“ „Ja, aber natürlich!“ Schnell das Badezeugs eingepackt und los geht’s!
In Interlaken angekommen müssen wir erst mal die „Basis“ finden, denn es gibt dort mehrer Büros, die extreme Aktivitäten anbieten. Endlich gefunden. Unser Guide ist ne echte Spasskanone. Er ist gebürtiger Engländer, aber wohnt in Neuseeland, ist nur während des Sommers in der Schweiz und kann kein Wort Deutsch. Also werden unsere englischsprachigen Gehirnzellen aktiviert und so gibt’s auch keine Verständigungsprobleme.
Wir pressen uns in die engen Neoprenanzüge, bekommen Rock shoes (dass sind Schuhe in denen man abrocken kann J) und noch einen Helm und eine Lifejacket. „Feeling sexy?“, fragt unser Guide. Die Antwort ist einstimmig: „No, stupid…“ Schliesslich werden wir mit einem Bus an unser Ziel transportiert. Dann werden die Überlebenstipps gegeben: „What’s the first thing you do when you fall out the boat?“ “Scream?” Und wer hätte das gedacht, diese Antwort war richtig! Langsam aber sicher mache ich mir Sorgen und ich werde ganz kribbelig, denn der Fluss, Lütschine (von keltisch leucos, leuca = weiss, hell, glänzend), ist arschkalt, da es Gletscherwasser ist. „Ich will aber gar nicht ins Wasser fallen!“, jammere ich.
Na ja, einen Rückzieher kann jetzt sowieso nicht mehr gemacht werden und wir steigen in unser KNALL ROTES GUMMIBOOT!
„Is this your first time rafting?“, fragt unser Guide. „Ya… That’s why we’re scared…” “Don’t worry; it’s my first time too.”, gibt der Guide zur Antwort und so naiv wie ich bin, glaub ich dem Idioten noch.
Die erste saukalte Welle lässt nicht auf sich warten und die Hände scheinen zu erfrieren und jeder einzelne Finger fühlt sich an wie ein Eiszapfen, den man leicht abbrechen könnte. Wir werden hin und her geschleudert, versuchen mit unseren Rudern irgendwie zu steuern und wenn der Guide schreit „Lean in, hold on!“ gibt’s nur noch eins: ganz ganz ganz fest halten! Meine Todesangstschreie scheinen einige Passagiere zu verwirren, aber mit der Zeit finden sie es wohl ganz lustig und ich auch. An einer ruhigen Passage zwingt uns der Guide ins Wasser zu springen, dass heisst also Luft anhalten und rein ins eisige Nass. Am Schluss münden wir in den blauen, warmen Brienzersee. Jetzt heisst es nur noch ans Ufer paddeln.
Fazit: River Rafting macht echt Spass und durch die Ausrüstung, die man erhält, ist man auch sehr gut geschützt. Es muss allerdings mit Ausgaben von etwa 110 CHF gerechnet werden, wobei die Anzüge, Schuhe, Schwimmwesten, Helme und die Fahrt zum Fluss inbegriffen sind. Wer noch die Fotos haben möchte, zahlt drauf. Man braucht keine Vorkenntnisse, nur ein Mindestalter von etwa 16 Jahren. Kurz gesagt: It’s wet fun!
J.R.

Freitag, 19. August 2011

Für dich getestet: Gleitschirmfliegen


Einmal wie ein Vogel durch die Luft fliegen und versuchen, ob man mit seiner Spucke jemanden aus dieser Höhe treffen kann – wäre das nicht wunderschön? (Das mit der Spucke ist natürlich ein kleiner Witz am Rande.) Doch, wenn Gott gewollt hätte, dass der Mensch umher fliegen würde, hätte er uns Flügel gegeben. Einige widersprechen allerdings den Gesetzen der Natur und so kann man oft am Himmel komische farbige Schläuche erkennen.
Auch ich möchte gerne mal alles in Miniatur sehen und somit mache ich mich auf die Suche, nach jemandem, der mich mit in die Höhe nehmen kann. Die Suche ist von kurzer Dauer, denn es gibt hier ganz in der Nähe eine Firma, die Tandemflüge anbietet. Flexibilität ist allerdings gefragt, denn dieses Gewerbe ist stark vom Wetter abhängig. Somit kann nicht weit vorausgeplant werden und man muss recht spontan sein. Schliesslich gibt’s einen kurzen Anruf: „Hey, das Wetter ist toll, es kann los gehen!“ und schon mache ich mich auf die Socken.
Ich habe vorgesorgt, denn die Nervosität lässt sich nicht verbergen und wer weiss, ob dies mein Magen mitmacht. Mein Frühstück soll mir schliesslich nicht noch mal durch den Kopf gehen. Also, nehme ich so Anti-Kotz Kaugummis, einen warmen Pulli und gute Schuhe mit auf die Reise.
Am  Abflugort angekommen, wird mir schon die Ausrüstung montiert. Um ehrlich zu sein, das Ding, das mir umgeschnallt wird, sieht aus wie eine grosse Windel und wenn ich mir die Gurte und Seile so ansehe, bin ich mir nicht sicher, ob diese in der Höhe auch wirklich halten werden. Schliesslich bin ich kein Leichtgewicht und wir fliegen zu zweit!
Mein Pilot gibt mir Anweisungen, denn als Passagier sind keine Vorkenntnisse nötig. „Wenn ich anfange zu rennen musst du einfach so schnell wie möglich mit rennen, bis wir in der Luft sind. Es ist im Prinzip wie Fahrradfahren: es macht keinen Lärm, ein Windhauch kommt dir entgegen und es schadet der Umwelt nicht.“ Wir rennen also los und schon nach wenigen Sekunden schwebe ich, obwohl ich mit den Füssen immer noch versuche weiter zu rennen. Es ist einfach unglaublich, alles ist so klein und man sitzt in einer grossen Windel und kann alles überblicken. Das Gefühl, das ich dabei spüre ist Freiheit und auch Zufriedenheit. Es ist wirklich sehr ruhig und friedlich. Doch das ist von kurzer Dauer. Der Pilot fragt: „Macht es dir etwas aus, wenn wir ein paar Stunts machen?“ Und schon gibt’s eine heftige Spirale und wir drehen uns und drehen uns und drehen uns... Zum Glück hab ich meinen Anti-Kotz Kaugummi schon gegessen.
Bei der Landung wird mir auch klar, warum ich gute Schuhe anziehen sollte, denn es besteht die Gefahr, dass sich der Fuss verdreht. Wir landen allerdings punktgenau auf einem Feld, ohne dass ich umfalle.
Fazit: Gleitschirmfliegen ist einfach „ de füdlebluta Wahnsinn“. Man fühlt sich frei und unbekümmert und schliesslich kann man für kurze Zeit auch selber den Schirm steuern. Mit einem erfahrenen Piloten macht auch die Luftakrobatik viel Spass. Na? Interesse gekriegt? Weitere Infos gibt’s unter www.paraventura.ch
J.R.

Dienstag, 9. August 2011

Philosophieren übers Studieren oder Nicht-Studieren


Viele junge Menschen stehen nach der obligatorischen Schulzeit vor einem grossen Fragezeichen: Soll eine Lehre gemacht werden oder soll weiter in die Schule gegangen werden? Um ehrlich zu sein, die Meisten, die nicht wissen was sie mit ihrem Leben anfangen wollen, machen die Matura.
Ist diese auch vollendet kann man immer noch eine Lehre beginnen, wenn das Studieren nicht gefällt. Diejenigen, die den zweiten Schritt wagen, gehen an die Uni oder eine Hochschule. Doch seien Sie gewarnt! Die Uni kann der blanke Horror sein:
Auf den ersten Augenschein, scheint noch alles relativ normal zu sein. Doch die erste Hürde ist, sich für die Kurse anzumelden. Jede Uni, jede Fakultät, ja jedes Fachgebiet hat seine eigene Onlineplattform um sich anzumelden. Als Anfänger ist man verwirrt, ratlos und hofft auf Hilfe und wandert ins Sekretariat. Die Sekretärinnen sind meist alte Schreckschrauben, die sofort genervt sind, wenn man sie bei ihrem Kaffeekränzen stört: „Was willst du?“, fragt die Sekretärinnenfurie. „K – k - könnten Sie mir bitte bei der Anmeldung helfen?“ „Das steht doch alles im Internet! Ha, will studieren und kann nicht mal lesen!“ Nun ja, dieser Fall ist wohl einer der extremsten. Zu beachten ist: Nie die Sekretärin um Hilfe bitten wenn: sie Kaffee trinkt, flirtet, Migräne oder Menstruationsbeschwerden hat.
Sollte die erste Hürde gemeistert sein, fängt auch schon das 1. Semester an. Die Professoren scheinen es auf Erstsemestler richtig abgesehen zu haben. Die erste Sprechstunde mit einen Prof. gleicht einem Todesurteil: „Was, das nennst du eine These? Das könnte mein Hamster ja besser formulieren…“ Und wenn der Herr einmal weiss, wo die Schwachstellen des Studenten XY sind, werden diese schamlos vor dem gefüllten Vorlesungssaal demonstriert: „Wie lässt sich nun folgendes in eine These fassen…. Student XY, geben Sie Antwort!“ Das Gefühl, wenn die Augen eines ganzen Saals auf sich gerichtet sind, lässt sich nur mit purem Schrecken vergleichen: Schweissausbrüche und Panikattacken sind unvermeidlich. Ein gutes Deo ist Pflicht!
Das Schlimmste ist allerdings die Prüfungszeit. Durch das Semester hindurch lässt man sich etwas gehen, doch wenn die Examen vor der Tür stehen, ist man einem Burnout schon sehr nahe. Essen, trinken und schlafen wird zur Nebensache, soziale Kontakte werden gemieden, der Student kann nur das sagen, was ihm vom Professor eingehämmert wurde. Man wird zu einem Studierzombie!
Sollten Sie diese Zeilen nicht abgeschreckt haben und Sie fühlen sich immer noch in der Lage einem Leben an der Uni Stand zu halten, dann studieren Sie! Es macht wirklich Spass, vorausgesetzt man steht auf Zombies.
J.R.

Sonntag, 24. Juli 2011

Philosophieren über Open Airs


Der Sommer ist wieder da und es wimmelt nur von Open Air Konzerten und Festivals. Wenn das Wetter mitspielt sind diese Events einfach der Hammer und wenn nicht, sinkt die Moral der Fans beträchtlich.
Ich frage mich immer wieder, warum Open Airs sich so grosser Beliebtheit erfreuen, denn es gibt viele negative Punkte. Wer einmal an einem Open Air war, der weiss, dass schon die simpelsten Angelegenheiten voll in die Hose gehen können, dass sieht man schon beim Zeltaufbau. Hier ein Stecken, da ein Hacken und schon ist das Zelt aufgebaut, also sagen wir nach etwa einer Stunde voll mit Fluchen und Geschimpfe. Doch wenigstens hat der Besucher so einen Platz zum Schlafen und um sich umzukleiden. Aber auch da gibt es so manches Problemchen, denn in den kleinen Zelten ist es unmöglich sich aufrecht zu halten, was beim Hose anziehen schon eine Herausforderung sein kann.
Mein persönlicher Lieblingsaspekt bei Open Airs ist ein ganz simpler, dem jeder Mensch nachgehen muss: Das „aufs-Klo-gehen“! Denn schon nach ein paar Stunden scheinen diese Dixi Klos das ganze Festival Gelände zu verpesten. Jeder, und das sind bei Open Airs so ziemlich alle, der seinen Genüssen nachgibt und ordentlich Bier trinkt, muss früher oder später aufs Klo um den berühmten Bierschiss von sich zu geben. Wenn ich ein Dixi Klo wäre, ich würde schreiend davon rennen und mich in die Antarktis verkriechen, wo höchstens mal ein kleiner Pinguin mich aufsuchen würde, um sein Geschäft zu verrichten. Wer schon einige Tage am Open Air ist, weiss, wie eklig und überfüllt diese Dixi Klos aussehen können. Ein riesiger Turm von Fäkalien und Klopapier wurde mit viel Liebe und Sorgfalt in die Höhe gebaut. Wie soll der Besucher hier seine Notdurft noch verrichten?
Die Duschen sehen auch immer ganz speziell aus, doch ein Freund sagte mir mal: „An Open Airs musst du nicht duschen, da stinkt sowieso jeder!“
Auch das Zähneputzen wird zu einer Challenge, denn die einzige Flüssigkeit die beim Zelt vorhanden ist, ist von alkoholischer Natur. Also, kurz ausspülen und fertig.
Und wenn der Konzertbesucher am Morgen aufwacht, weil er vor Durst nicht mehr schlafen kann, ist das einzige Getränk, das griffbereit ist, ein lauwarmes Bier. Ach Open Airs! Wie freue ich mich auf euch, denn trotz alle dem, sind die Bands, die spielen, immer noch „de füdlebluta Wahnsinn!“
J.R.

Donnerstag, 14. Juli 2011

Für dich erlebt: Irland

Die grüne Insel, das Land von Feen und Kobolden und natürlich dem schwarzen Gold (Guinness) erfreut sich immer grösserer Beliebtheit.
Auch wir wollten wissen, warum Irland eine so grosse Faszination ausübt und darum entschieden wir uns ein Auto zu mieten und einmal um die ganze Insel zu fahren in 10 Tagen. Gesagt, getan, bei uns wird schliesslich nicht lange gefackelt!
Die erste Hürde ist das „auf der linken Seite“ Autofahren. Schon am ersten Tag musste ein Rückspiegel dran glauben, glücklicherweise nicht unserer. Die Iren sind übrigens lebensfrohe, offene und geschwätzige Leute. Ich meine sogar wenn du ihren Rückspiegel zum Krüppel machst, sind sie immer noch freundlich und zeigen Verständnis für ein paar Schweizer, die beim Autofahren immer „oh mein Gott! Du fährst auf der falschen Seite!“ schreien.
Das Vorurteil, dass Iren Alkoholiker sind, kann ich nur bestätigen. Schon bei der Biersorte Stout gibt es mehrere Auswahlmöglichkeiten: Murphy’s, Beamish und natürlich das fabulöse Guinness. Weiter geht’s mit Cider: Da gibt’s bei der Sorte Bulmers (die bei uns übrigens Magners heisst) verschiedene Geschmacksrichtungen wie Berry, Pear oder natürlich Apple. Auch für anspruchsvollere Gaumen gibt’s verschiedene Whiskey Sorten, wie Bushmills oder Jameson. Also, um es kurz zu fassen, die Iren sind ganz schön trinkfest, ich habe gar nicht erst versucht mit ihnen mitzuhalten (*zwinker*).
Ich denke, der Grund dafür, dass die Iren so viel Akohol vertragen können, liegt nicht zu letzt an ihrem fettigen Essen, denn schon das Frühstück sieht wie folgt aus: Würstchen, Speck, Eier, Bohnen, Toast, Kartoffeln und natürlich der berühmte Black und White Pudding. Letzteres hat übrigens nichts mit unserer Vorstellung von Pudding zu tun, sondern es handelt sich um Blut- und Leberwurst.
By the way: Egal welcher Wochentag: In jedem kleinen Kaff gibt es ein Pub, in der abends immer Live Musik gespielt wird, auch wenn es eher wie eine Jamsession wirkt, haben die Iren wirklich den Groove im Blut.
Verbleiben wir jetzt nicht weiter beim Trinken und Essen, denn es gibt so viel mehr zu sehen, als die irische Küche. Zum Beispiel die Landschaft. Da kann ich allerdings nur sagen: Wow! Wenn man an den steilen Klippen steht und die Wellen an den Fesseln zerbesserten, ist man wirklich überwältigt. Zu empfehlen sind hierbei die Cliffs of Moher und der Giant’s Causeway. Doch wer Irland wirklich erleben will, sollte nicht nur das Touristenzeugs machen. Traut euch und fahrt einfach mal den kleinen Strassen nach. Vorsicht ist allerdings geboten, denn die Iren fahren fast so schlimm wie die Italiener und die engen Strässchen erschweren die Fahrt. Der Ring of Kerry bietet beispielsweise einen schönen Überblick über die irische Landschaft.
Die Vergangenheit dieser Insel ist auch sehr interessant: Auf der ganzen Insel verteilt sieht man Steinmauern. Um das Land zu bewirtschaften mussten die Bauern zu erst alle Steine aus der Erde entfernen und da diese sonst sowieso nur herumlagen, machten sie nützliche Mauern daraus um ihr Vieh einzuzäunen. Allerdings gibt es auch viele, die nicht so nützlich sind, diejenigen, die während der grossen Hungersnot in den 1840er Jahren entstanden. Einige englische Lords wollten nicht mit ansehen, dass so viele Iren sterben und wollten ihnen Geld geben, aber natürlich nicht fürs Nichtstun. Wer eine Steinmauer baute, erhielt pro Tag einen Penny, daher auch der Name Penny Walls.
Des Weiteren gibt es im Land mysteriöse Hügelgräber, wie zum Beispiel Knowth oder Newgrange und kleinere Bauwerke mit Steinen, wie der Drombeg Stone circle in Glandore oder der  berühmte Dolmen.
Doch die Iren sind abergläubisch. So wurde ein Fairy Tree, der dem Bau einer Autobahn im Weg stand, nicht gefällt. Niemand im Land wollte den Fluch der Feen auf sich ziehen, denn unter ihrem Zorn müssen alle nachfolgenden Generationen der Familie auch leiden. So wurde ein grosser Bogen um diesen Baum gemacht. Oder auch die berühmten Fairy Circles werden nicht betreten. Viele Touristen tun dies trotzt aller Warnungen. Wir haben es nicht getan, schliesslich respektieren wir den Glauben der Iren.
Wer alte Ruinen sehen will, der ist in Irland genau richtig, denn in jedem Dorf gibt es einen alten Friedhof, alte Steinhüten und Burgen.
Um in Irland zu überleben, braucht es warme Kleidung, denn auch im Sommer wird es nie wirklich wärmer als 22 °C und das Meer ist arschkalt! Die Einheimischen haben alle Neoprenanzüge um es darin auszuhalten.
Fazit: Irland = geiles Land! Geht hin! Macht euch selber ein Bild von der irischen Gastfreundschaft, der Natur und natürlich der unübertrefflichen Mentalität.
J.R. 
Giant's Causeway

Donnerstag, 23. Juni 2011

Für dich getestet: Bungee Jumping

Sommer, Palmen, Sonnenschein und für ein paar Tage weit weg von zu Hause - Das hört sich doch an, wie perfekte Ferien und da man sowieso immer verrückte Sachen macht, wenn man nicht in der gewohnten Umgebung ist, haben meine Kollegin und ich uns entschieden Bungee Jumping zu machen.
„Da ist ja nichts dabei“, denken wir, „ wir springen nur 80 Meter in die Tiefe und alles, was uns davon abhält in den sicheren Tod zu fallen ist ein armdickes Gummiseil. Voll easy!“
Gesagt, getan. Mit dem Bus machen wir uns auf den Weg zur Absprungstelle. Schon in weiter Ferne sehen wir den gelben Kran und ein paar übermütige Jumper, die weder Tod, noch Teufel fürchten! „Yeah! In ein paar Minuten können wir das auch machen! Das werden wir bestimmt rocken!“ Rückblickend betrachtend hatten wir sehr grosse Klappen.
Endlich angekommen werden wir gewogen, gemessen, auf Herzschrittmacher getestet und nach unserem körperlichen Befinden gefragt. Meine Kollegin bekommt schon jetzt ein bisschen Bammel, doch der Bungee-Meister meint, dass die Busfahrt hierher wesentlich gefährlicher war, als so ein kleiner Sprung. Nun ja, sagen wir es so, die Angstschreie, von denen die jetzt gerade springen, machen uns nicht wirklich zu Optimisten.
Meine Kollegin will zu erst springen und wie könnte es anders sein: Sie zögert eine ganze Weile, bis ihr Jerry, der Bungee-Meister, klarmacht, dass ich sie ganz schon auslachen werden, wenn sie das jetzt nicht durchzieht! Nun macht sie die Augen zu und springt. Unten wird sie dann abgeseilt und jetzt schaut sie gespannt auf mich.
Ich gehe auf die Absprungfläche und denke: „Bloss nicht nach unten schauen, bloss nicht nach unten schauen…“ Jerry meint: „Are you ready? I say one, tow, jump! And then you jump, alright? … ONE, TWO, JUMP!!” Ich will ja springen, aber irgendwas in meinem Körper braucht noch ein bisschen Zeit, also sage ich: „Wait! Wait! First of all I want to have a look at this beautiful view: There is the sea, there is the park, there is my hotel and now we can go on!” Souveräne Ablenkung, sag ich da! Jerry lässt sich aber nicht beirren und sagt wieder volles Rohr: „ONE, TWO, JUMP!“ Und jetzt gibt es für mich kein zurück: Mit einem tiefen, aus der Magengegend kommenden „Aaaahhh!“ stürze ich 80 Meter in die Tiefe. Das Seil hält. Es gibt aber einen gewaltigen Ruck, der im Rücken ganz schön weh tut und der einzige Gedanke, den ich noch fassen kann ist: „Boah, ist die Sonne hell.“ Ich häng da also noch ein bisschen rum, bis die unten mich liebevoll in Empfang nehmen. Ich zittere am ganzen Körper und schreie: „I did it, woohhooo!“
Fazit: Definitiv zum Nachmachen geeignet, vor allem wenn ihr Adrenalinjunkies seit. Das Gefühl ist einfach der Hammer und ihr habt dann was Tolles, was ihr euren Enkeln erzählen könnt.
J.R.

Donnerstag, 16. Juni 2011

Philosophieren über den Stress


Ode an den Stress

Oh du mein lieber Stress, wie hab ich dich vermisst! Ich hatte schon Angst, dass du mich vergisst, und dass du nie mehr zu mir findest! Ich wusste schon immer wie du für mich empfindest, ja, du liebst mich! Nur mich allein!
Die Prüfungen sind wieder da, schon hast du mich gefunden und schenkst mir viele Arbeitstunden.
Ein schwieriger Test hier. Drei Essays an vier Seiten, dafür applaudier ich dir. Eine Arbeit an 10 Seiten darf nicht fehlen, denn da steigt mein Begehren und natürlich noch eine alles entscheidende Abschlussarbeit, so zerschmettre ich meine Faulheit. Ja, die Abschlussarbeit, das ist mein Favorit, und ich freu mich schon auf den nächsten Arschtritt.
Du überhäufst mich mit noch mehr, dass find ich nur fair. Das Telefon klingelt zu jeder Zeit, das steigert die Aufmerksamkeit. Der Hund bellt. Der Vermieter will Geld (der war übrigens schon immer mein Held).
Hurra! Ich freue mich so! Du bist der heutige Künstler, noch besser als Picasso! Wie kann ich dir nur jemals danken, mit dir kann man immer gut Mühsal tanken.
Doch warum erst jetzt, frag ich mich? Bin ich etwa nicht gut genug für dich? Bin ich nur ein kleiner Zeitvertreib, ein Opfer deiner Geilheit? Du sagst, du kannst nicht ewig bei mir bleiben, dass muss ich doch sehr beweinen. Dann geh doch, geh zu deiner Hure. Ich verkriech mich wieder in meiner kleinen Truhe.
Ich weine und die Tränen fallen bis auf die Bordsteine. Ich weiss nicht, was mit meiner Zeit anzufangen, denn mein geliebter Stress ist dahingegangen. Er war mein einziger Freund auf der Welt und jetzt er hat mich einfach abgestempelt.
Nun bleibt mir nichts anderes übrig, als in der Sonne zu liegen oder in die Ferne zu fliegen und zu hoffen, dass ich so einen wie ihn wieder finde, vielleicht sogar unter der nächsten Linde.
Ich hab gehört die Schinderei sei auch ganz geil, da gäbe es auch ein grosses Jubelgeschrei!  
J.R.

Mittwoch, 8. Juni 2011

Für dich erlebt: Tattoo stechen lassen

Auf meinem Rücken ist noch viel Platz, also warum nicht der Körperkunst nachgehen und da mal ein bisschen Farbe drauf klatschen. Schon seit längerer Zeit weiss ich nämlich, was für ein Motiv ich stechen lassen möchte. Doch zu erst muss ein Termin genagelt werden mit meinem Tattoowierer  des Vertrauens.
Wenn ihr euch ein Tattoo stechen lassen wollt, solltet ihr wissen, dass man mit etwa vier bis acht Wochen Wartezeit rechnen muss, bevor der grosse Tag angekommen ist. Ausserdem ist es wichtig, dass ihr es vielleicht nicht gerade im Sommer stechen lasst, denn während der Heilungsphase, die etwa drei Wochen dauert, darf das schöne Bildchen nicht in die Sonne oder in sandiges Seewasser oder verpinkeltes Schwimmbadwasser rein.
Bei mir ist der grosse Tag endlich angekommen und ich bin schon ganz nervös. Unglücklicherweise bekomme ich immer den Dünnschiss, wenn ich aufgeregt bin. Also bevor es losgeht, gehe ich noch in ein Café, um eine warme Schoggi zu trinken, damit ich mich beruhigen kann und um natürlich noch schnell dem Klo einen Besuch abzustatten.
Doch dann gibt es kein zurück mehr. Der erfahrene Tattoowierer begrüsst mich freundlich und fragt, ob ich nervös sei. Natürlich bin ich das, schliesslich bin ich bei meinem ersten Tattoo, das etwa nur 20 Minuten gedauert hat bis es fertig war, in Ohnmacht gefallen. Dieses Tattoo wird riesig sein und darum auch sicher länger dauern! Und der fragt ob ich nervös bin *grummel*. Er hat, glaub ich, etwas Mitleid mit mir, stellt mir ein Glas Wasser hin und gibt mir einen Gummiball, den ich nach Belieben zerquetschen und verbiegen kann, wenn der Schmerz zu gross ist.
Ich muss dazu sagen, dass ich eine echte Memme bin, wenn’s um Schmerzen geht. „Schmerz ist nur eine Illusion.“, versuche ich mir immer wieder einzureden. „Aber eine sehr schmerzhafte!“.
Der Künstler versucht mich abzulenken und fragt, ob ich verreise, was ich in meinem Leben so mache und was meine Hobbys sind. Durch den ohrenbetäubenden Lärm der Tätowiernadel fällt es mir sichtlich schwer, meine Gedanken noch in einer Fremdsprache auszudrücken. Meine Kollegin, die ich fürs Händchen halten dabei hab, steht Rede und Antwort.
Nach sage und schreibe ZWEI Stunden ist das Kunstwerk vollbracht und ich bin sehr glücklich, denn es sieht einfach toll aus! Etwas, was ich ein Leben lang behalten kann.
Fazit: Ich bin zwar kein Masochist, aber diese Körperkunst hat durchaus Suchtpotenzial.
J.R.

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