Dienstag, 15. Mai 2012

Konzertbericht: Judas Priest


Rocka Rolla oder die klassische Heavy Metal Band

                                                                                            Bilder: Yannik Waeber


„The Boys are back in Town!“ am Samstagabend gab sich zuerst Thin Lizzy die Ehre, als sie als Vorgruppe von Judas Priest dem Forum in Freiburg einheizten. Da durfte auch der irische Volkssong Whiskey in the Jar nicht fehlen.
Danach kamen Judas Priest mit ihrer Nieten- und Lederkluft auf die Bühne. Das faszinierendste an den fünf Briten ist, dass sie eigentlich schon zum alten Eisen gehören. Und dennoch sind sie nicht von der Metal-Szene wegzudenken, wie Rob Halford selber sagt: „We are a very classical Heavy Metal Band!“
Mit Songs wie Breaking the Law und Nightcrawler schaffen es die Altmetaler immer noch, das Publikum zum Kopfschütteln zu animieren. Da verzeiht man den Herren auch, dass sie sich fast nicht bewegen. Schliesslich feierte der Leadsänger seinen 60. Geburtstag im vergangenen Jahr. Was an Bewegung fehlt, machen Judas Priest mit exaktem Spiel wieder wett: Harte Gitarrenklänge, dröhnendes Schlagzeug und die Stimme von Mister Halford, welche die hohen Tonlagen immer noch trifft, tragen zu einem gelungen Abend bei. 
Dem Schlagzeuger Scott Travis scheint es allerdings etwas langweilig an seinem Instrument zu sein: Nicht nur beim Schlagzeugsolo schleudert er seine Stöcke in die Höhe und fängt sie dann mit Leichtigkeit wieder auf, sondern durch den ganzen Gig hindurch präsentiert er dieses Kunststück.                               
Fast zeitgleich wirbelt er dabei den anderen Stock ganz verspielt in der Hand herum und dies macht er, während er den Anfang vom legendären Song Painkiller spielt.
Die Bühnenshow ist allerdings gleich wie die letzten drei Mal, als sie die Schweiz besuchten: Bei Hell Bent for Leather fährt Rob Halford mit dem Motorrad auf die Bühne. Auch das Vor- und Nachsingen mit dem Publikum und die Schweizerflagge auf dem Rücken, kennen die treuen Fans schon. An dieser Stelle muss aber bemerkt werden, dass die ganze Show mit vielen Lasern und Nebelmaschinen aufgemotzt wurde.
Schliesslich endet das musikalisch gute, aber an Bewegung mangelnde Konzert mit dem Song Living after Midnight.
                                                  Bild: Yannik Waeber
Fazit: Die alten Herren haben die Metal Szene sehr geprägt und jeder, der gerne richtigen Heavy Metal hört, sollte Judas Priest live sehen. Und wer sie nicht mag, dem sollte noch gesagt sein: Rob Halford ist nicht nur ein klasse Sänger, sondern er ist auch der erste Metal-Sänger, der sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekannte. Schon nur deswegen hat Judas Priest unsere Anerkennung verdient.
Janine Rufener

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