„It’s not Assbook. It’s Facebook.“ Dieser Satz musste sich schon Bart Simpson klarmachen bei einer seiner “ich muss alles 100 Mal an die Wandtafel schreiben” – Szene. Doch um ehrlich zu sein, denken wir nicht manchmal auch, dass es eher Arschbuch, als Gesichtsbuch heissen sollte? Wie viele Leute haben zwanghaft das Gefühl sich ständig präsentieren zu müssen? „Kuck mal, mein geiler Hintern und meine mega Titten“ scheinen einige Profilbilder geradezu zu schreien. Mit dem Argument, dass man doch den Kontakt mit guten alten Bekannten wieder herstellen kann, wollen viele die Begründung für diesen fast krankhaften Wahn liefern. Die Frage: Hat Mann/Frau wirklich Bock seine alten Schulkumpanen wieder zu sehen? Diejenigen, die uns doch als Kinder immer so liebevoll die Frösche ins T-Shirt gesteckt haben, von denen man auf dem Schulweg verprügelt wurde und die in ein Glas gepinkelt hatten, und dann behauptet haben, es sei Süssmost, will man diese Arschgesichter wirklich wieder sehen? Die Antwort ist klar und deutlich: Ja! Denn es gibt nicht schöneres als zu erkennen, dass wir doch alle erwachsen geworden sind und über die alte „ja, ich hab gekotzt, als ich den Süssmost getrunken hatte“ – Geschichte zu lachen. In Erinnerungen schwelgen ist unsere Auffassung von perfekter Nostalgie.
Doch weiter, für die, die nicht im Jahre 1960 auf die Welt gekommen sind: Was ist der Reiz an diesem digitalen „Buch“ für die jüngeren Generationen? Da wären wir wieder bei der übertriebenen Selbstdarstellung, oder? Nicht unbedingt, schliesslich ist es jedem selbst überlassen, welche Fotos, Statusmeldung, Informationen übers Liebes-, Berufs- oder Sexualleben er/sie von sich preisgibt. Facebook wird also eher positiv bewertet, denn es besteht auch die Möglichkeit seine Freunde auf Events aufmerksam zu machen, zu chatten und Urlaubsfotos auszutauschen. Es ist aber zu bemängeln, dass gerade bei den jüngeren Benutzern dieses Portals schwerwiegende Schreibfehler auftreten. Oder was zum Teufel war noch mal „Fuck the Systsem“, „Tradgey and Comedy“ oder „Der grosse Ozian“? Spongebob drüber, sag ich nur.
Fazit: Dein Ding, dein Profil! Um ein Geständnis zu machen: Wir schauen uns die peinlichen fast Nacktbilder unserer „Freunde“ doch gerne an und für die exorbitanten Selbstdarsteller haben wir doch glücklicherweise immer ein müdes Lächeln übrig. Um mit der „Facebook – Sprache“ diese Gedankengänge abzuschliessen: *I like button gedrückt*
J.R.

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