Es ist ein gemütlicher, mit viel Sonnenschein erfüllter Tag und dadurch auch unglaublich heiss. Gibt es etwas Schöneres, als in der Hängematte zu liegen und einfach dem Nichtstun nachzugehen? Natürlich war dies eine rhetorische Frage. Doch wer arbeiten muss, kann sich diese Ruhe nicht leisten und schon mach ich mich auf den Weg, um mein Fortbewegungsmittel zu erwischen.
Ich steige in den Zug und denke mir nichts Böses, als ich die Gegenwart von ihm schon spüre. Höllisch grinst er mir ins Gesicht und pustet mir seinen eisigen Atem entgegen. Mein Erzfeind ist wieder da. Wie oft war ich schon tagelang krank im Bett und musste Qualen erleiden. Nur wegen ihm – meinem Erzfeind! Mein Feind ist nicht etwa ein gewöhnlicher 0 8 15 Bösewicht, nein, er kann Leute einfrieren, ihnen schreckliche Halsschmerzen zufügen und sie mit Fieber attackieren. Dieses gottlose Ungetüm ist nämlich nichts anderes als – die KLIMAANLAGE…
Viele von euch werden jetzt denken, ich sei verrückt, aber ich schwöre euch… Diejenigen, die wissen von was ich rede, erleben diese Hölle tagtäglich!
Draussen ist es heiss, glühend heiss, man schwitzt und als Pendler muss man dann in diese Gefriertruhe, die sich Zug nennt, rein! Kein Wunder, dass viele sich erkälten. Doch das Zugteam scheint sich nicht darum zu kümmern: Lustig wie sie sind machen sie das Ganze noch kälter, damit eine zweite Eiszeit heran bricht. Ich sehe sie gerade vor mir mit ihren weissen und hellblauen Gewändern und mit grossen, dicken Eiszäpfen im Gesicht, wie sie am Thermostat drehen bis er −273,15 °C anzeigt. Wer wird uns von diesen Eisgiganten befreien?
Für Leute, die diesen krassen Temperaturunterschieden nicht gewachsen sind, gibt es immer noch die Möglichkeit ein Halstuch und eine Jacken mitzuschleppen, obwohl es dafür draussen viel zu warm ist, aber sobald man in einen Zug rein kommt, wird der Pendler froh darüber sein. Und ich hoffe, dass meinem Erzfeind schon bald die Eiszapfen ausgehen. Spätestens im Winter wird es wieder wärmer in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Väterchen Frost sei Dank!
J.R.

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