Donnerstag, 23. Juni 2011

Für dich getestet: Bungee Jumping

Sommer, Palmen, Sonnenschein und für ein paar Tage weit weg von zu Hause - Das hört sich doch an, wie perfekte Ferien und da man sowieso immer verrückte Sachen macht, wenn man nicht in der gewohnten Umgebung ist, haben meine Kollegin und ich uns entschieden Bungee Jumping zu machen.
„Da ist ja nichts dabei“, denken wir, „ wir springen nur 80 Meter in die Tiefe und alles, was uns davon abhält in den sicheren Tod zu fallen ist ein armdickes Gummiseil. Voll easy!“
Gesagt, getan. Mit dem Bus machen wir uns auf den Weg zur Absprungstelle. Schon in weiter Ferne sehen wir den gelben Kran und ein paar übermütige Jumper, die weder Tod, noch Teufel fürchten! „Yeah! In ein paar Minuten können wir das auch machen! Das werden wir bestimmt rocken!“ Rückblickend betrachtend hatten wir sehr grosse Klappen.
Endlich angekommen werden wir gewogen, gemessen, auf Herzschrittmacher getestet und nach unserem körperlichen Befinden gefragt. Meine Kollegin bekommt schon jetzt ein bisschen Bammel, doch der Bungee-Meister meint, dass die Busfahrt hierher wesentlich gefährlicher war, als so ein kleiner Sprung. Nun ja, sagen wir es so, die Angstschreie, von denen die jetzt gerade springen, machen uns nicht wirklich zu Optimisten.
Meine Kollegin will zu erst springen und wie könnte es anders sein: Sie zögert eine ganze Weile, bis ihr Jerry, der Bungee-Meister, klarmacht, dass ich sie ganz schon auslachen werden, wenn sie das jetzt nicht durchzieht! Nun macht sie die Augen zu und springt. Unten wird sie dann abgeseilt und jetzt schaut sie gespannt auf mich.
Ich gehe auf die Absprungfläche und denke: „Bloss nicht nach unten schauen, bloss nicht nach unten schauen…“ Jerry meint: „Are you ready? I say one, tow, jump! And then you jump, alright? … ONE, TWO, JUMP!!” Ich will ja springen, aber irgendwas in meinem Körper braucht noch ein bisschen Zeit, also sage ich: „Wait! Wait! First of all I want to have a look at this beautiful view: There is the sea, there is the park, there is my hotel and now we can go on!” Souveräne Ablenkung, sag ich da! Jerry lässt sich aber nicht beirren und sagt wieder volles Rohr: „ONE, TWO, JUMP!“ Und jetzt gibt es für mich kein zurück: Mit einem tiefen, aus der Magengegend kommenden „Aaaahhh!“ stürze ich 80 Meter in die Tiefe. Das Seil hält. Es gibt aber einen gewaltigen Ruck, der im Rücken ganz schön weh tut und der einzige Gedanke, den ich noch fassen kann ist: „Boah, ist die Sonne hell.“ Ich häng da also noch ein bisschen rum, bis die unten mich liebevoll in Empfang nehmen. Ich zittere am ganzen Körper und schreie: „I did it, woohhooo!“
Fazit: Definitiv zum Nachmachen geeignet, vor allem wenn ihr Adrenalinjunkies seit. Das Gefühl ist einfach der Hammer und ihr habt dann was Tolles, was ihr euren Enkeln erzählen könnt.
J.R.

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