Donnerstag, 16. Juni 2011

Philosophieren über den Stress


Ode an den Stress

Oh du mein lieber Stress, wie hab ich dich vermisst! Ich hatte schon Angst, dass du mich vergisst, und dass du nie mehr zu mir findest! Ich wusste schon immer wie du für mich empfindest, ja, du liebst mich! Nur mich allein!
Die Prüfungen sind wieder da, schon hast du mich gefunden und schenkst mir viele Arbeitstunden.
Ein schwieriger Test hier. Drei Essays an vier Seiten, dafür applaudier ich dir. Eine Arbeit an 10 Seiten darf nicht fehlen, denn da steigt mein Begehren und natürlich noch eine alles entscheidende Abschlussarbeit, so zerschmettre ich meine Faulheit. Ja, die Abschlussarbeit, das ist mein Favorit, und ich freu mich schon auf den nächsten Arschtritt.
Du überhäufst mich mit noch mehr, dass find ich nur fair. Das Telefon klingelt zu jeder Zeit, das steigert die Aufmerksamkeit. Der Hund bellt. Der Vermieter will Geld (der war übrigens schon immer mein Held).
Hurra! Ich freue mich so! Du bist der heutige Künstler, noch besser als Picasso! Wie kann ich dir nur jemals danken, mit dir kann man immer gut Mühsal tanken.
Doch warum erst jetzt, frag ich mich? Bin ich etwa nicht gut genug für dich? Bin ich nur ein kleiner Zeitvertreib, ein Opfer deiner Geilheit? Du sagst, du kannst nicht ewig bei mir bleiben, dass muss ich doch sehr beweinen. Dann geh doch, geh zu deiner Hure. Ich verkriech mich wieder in meiner kleinen Truhe.
Ich weine und die Tränen fallen bis auf die Bordsteine. Ich weiss nicht, was mit meiner Zeit anzufangen, denn mein geliebter Stress ist dahingegangen. Er war mein einziger Freund auf der Welt und jetzt er hat mich einfach abgestempelt.
Nun bleibt mir nichts anderes übrig, als in der Sonne zu liegen oder in die Ferne zu fliegen und zu hoffen, dass ich so einen wie ihn wieder finde, vielleicht sogar unter der nächsten Linde.
Ich hab gehört die Schinderei sei auch ganz geil, da gäbe es auch ein grosses Jubelgeschrei!  
J.R.

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