Mittwoch, 12. Oktober 2011

Philosophieren über Blähungen

Ein Freund hat mal ne witzige Geschichte erzählt: Ein Typ ist in einem Restaurant und muss unbedingt pupsen. Da er aber nicht will, dass das jemand mitkriegt, hat er sich entschieden im Takt der laufenden Musik zu pupsen. Ein paar Mal furzt er also fröhlich vor sich hin. Als er das Restaurant verlässt, schauen ihn alle Gäste verständnislos an. Erst draussen bemerkt er, dass die Musik, zu der er im Takt gepupst hat, nur in seinen Kopfhörern zu hören war… Somit waren alle Zeugen seines lustigen Konzerts. Er hat sich natürlich in Grund und Boden geschämt, wobei er sich vorgenommen hat, nie mehr auch nur einen Fuss in dieses Restaurant zu setzten.
Fürze sind schon etwas Lustiges. Oft dienen sie der gemeinsamen Unterhaltung: Wenn immer ein Grossvater Blähungen hat, müssen seine Enkelkinder darüber lachen, obwohl beide Generationen unverzüglich von der Oma mit einem scharfen Blick bestraft werden.
Heutzutage sehen wir das mit dem „Gas-Ablassen“ nicht so easy. Wenn jemand in der Öffentlichkeit ein Tönchen von sich gibt, rümpfen die Passanten oftmals die Nase, auch wenn sich der Duft sofort verflüchtigt. Dabei wissen die Meisten gar nicht, wie schwer es ist, sich einen Pupser zu verkneifen, wenn das Gas unbedingt raus will. Wer doch versucht, dies zu unterdrücken, muss mit starken Bauchschmerzen kämpfen. Der Leidende weiss ja selber, dass er vielleicht nicht so viele Zwiebeln, fast rohes Fleisch oder Bohnen hätte essen sollen. Aber in dem Moment hilft Reue nichts, es muss einfach unbedingt gepupst werden.
Was soll in einer solchen Situation getan werden? Wer eine Toilette in der Nähe hat, sollte sie schnell aufsuchen und wer keine hat, kann während des „Gas-Ablassens“ immer noch ganz laut husten, damit der kleine Pupser übertönt wird. Falls der Ton allerdings lauter ist als das Husten, sollte sich der Betroffene keine Gedanken über die angewiderten Blicke der Passanten machen. Schliesslich muss jeder pupsen, es ist einfach menschlich.
Und wie mein Grossvater schon immer zu sagen pflegte: „Lieber unter den Leuten furzen als alleine Bauchweh haben.“
J.R.

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