„Ey, Mann, was luegsch? Bin i Chino oder was?“ Dies ist nur ein kleines Beispiel dafür, wie die jungen Leute heutzutage parlieren. Die Teenager haben ihren ganz eigenen Stil zu kommunizieren. Niemand weiss genau, was die einzelnen Laute zu bedeuten haben. Was ist beispielsweise abschimmeln oder eine Gammelfleischparty? Bei ersterem handelt es sich nicht um einen weissen Gaul oder ekligen Schimmel: Es bedeutet nichts tun. Eine Gammelfleischparty ist auch nicht ein Fest, an dem es schlechtes Fleisch gibt: Es ist eine ü. 30 Party.
Die Sprache der Jugend scheint immer härter und primitiver zu werden; so sehen das zumindest einige Leute. Doch wenn ein Linguist gefragt wird, so kann er nur sagen, dass dieses Phänomen schon so alt ist, wie die Sprache selbst. Die Jugend versucht lediglich sich von der elterlichen Generation abzugrenzen. Dies macht sie mit Hilfe der Musik, Kleidung und eben auch mit der Sprache. Schon unser Weimarer Klassiker Goethe hat sich über die Sprache der Romantiker aufgeregt, da sie ihm einfallslos und spröd erschien.
Es muss zur Kenntnis genommen werden, dass die Sprache in einem ständigen Wandel ist. Sie wird sich immer verändern.
Wer denkt, dass die heutige Jugendsprache einfach nur einfallslos ist, der sollte diese genauer unter die Lupe nehmen. Schauen wir uns das Jugendwort des Jahres 2010 an: Niveaulimbo. Dieser aus zwei Wörtern zusammengesetzter Begriff bezeichnet das Absinken des Niveaus, welches sich zum Beispiel im Fernsehprogramm (Talk-, Reality- und Castingshows) beobachten lässt. Der Limbo ist bekanntlicherweise ein Tanz, bei dem der Tänzer immer tiefer gehen muss. Ganz schön einfallsreich, diese Umschreibung, nicht wahr?
Auch die Angst, dass die Abkürzungen wie cu, wtf, oder lol unsere Jugend verblöden lässt, ist unbegründet. Um solche Abkürzungen zu verstehen, muss viel Wissen vorhanden sein. Schliesslich handelt es sich bei den obigen Beispielen um englische Begriffe. Der Verfasser muss also nicht nur einer Fremdsprache mächtig sein, sondern auch wissen, dass beispielsweise der Buchstabe C im Englischen genau so ausgesprochen wird wie das Wort see und das U wie you.
Die Jugendsprache ist also äusserst erfinderisch, auch wenn es uns manchmal nicht so vorkommt. Wir müssen diesen Sprachwandel akzeptieren, denn er ist unaufhaltsam.
J.R.

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