Einmal wie ein Vogel durch die Luft fliegen und versuchen, ob man mit seiner Spucke jemanden aus dieser Höhe treffen kann – wäre das nicht wunderschön? (Das mit der Spucke ist natürlich ein kleiner Witz am Rande.) Doch, wenn Gott gewollt hätte, dass der Mensch umher fliegen würde, hätte er uns Flügel gegeben. Einige widersprechen allerdings den Gesetzen der Natur und so kann man oft am Himmel komische farbige Schläuche erkennen.
Auch ich möchte gerne mal alles in Miniatur sehen und somit mache ich mich auf die Suche, nach jemandem, der mich mit in die Höhe nehmen kann. Die Suche ist von kurzer Dauer, denn es gibt hier ganz in der Nähe eine Firma, die Tandemflüge anbietet. Flexibilität ist allerdings gefragt, denn dieses Gewerbe ist stark vom Wetter abhängig. Somit kann nicht weit vorausgeplant werden und man muss recht spontan sein. Schliesslich gibt’s einen kurzen Anruf: „Hey, das Wetter ist toll, es kann los gehen!“ und schon mache ich mich auf die Socken.
Ich habe vorgesorgt, denn die Nervosität lässt sich nicht verbergen und wer weiss, ob dies mein Magen mitmacht. Mein Frühstück soll mir schliesslich nicht noch mal durch den Kopf gehen. Also, nehme ich so Anti-Kotz Kaugummis, einen warmen Pulli und gute Schuhe mit auf die Reise.
Am Abflugort angekommen, wird mir schon die Ausrüstung montiert. Um ehrlich zu sein, das Ding, das mir umgeschnallt wird, sieht aus wie eine grosse Windel und wenn ich mir die Gurte und Seile so ansehe, bin ich mir nicht sicher, ob diese in der Höhe auch wirklich halten werden. Schliesslich bin ich kein Leichtgewicht und wir fliegen zu zweit!
Mein Pilot gibt mir Anweisungen, denn als Passagier sind keine Vorkenntnisse nötig. „Wenn ich anfange zu rennen musst du einfach so schnell wie möglich mit rennen, bis wir in der Luft sind. Es ist im Prinzip wie Fahrradfahren: es macht keinen Lärm, ein Windhauch kommt dir entgegen und es schadet der Umwelt nicht.“ Wir rennen also los und schon nach wenigen Sekunden schwebe ich, obwohl ich mit den Füssen immer noch versuche weiter zu rennen. Es ist einfach unglaublich, alles ist so klein und man sitzt in einer grossen Windel und kann alles überblicken. Das Gefühl, das ich dabei spüre ist Freiheit und auch Zufriedenheit. Es ist wirklich sehr ruhig und friedlich. Doch das ist von kurzer Dauer. Der Pilot fragt: „Macht es dir etwas aus, wenn wir ein paar Stunts machen?“ Und schon gibt’s eine heftige Spirale und wir drehen uns und drehen uns und drehen uns... Zum Glück hab ich meinen Anti-Kotz Kaugummi schon gegessen.
Bei der Landung wird mir auch klar, warum ich gute Schuhe anziehen sollte, denn es besteht die Gefahr, dass sich der Fuss verdreht. Wir landen allerdings punktgenau auf einem Feld, ohne dass ich umfalle.
Fazit: Gleitschirmfliegen ist einfach „ de füdlebluta Wahnsinn“. Man fühlt sich frei und unbekümmert und schliesslich kann man für kurze Zeit auch selber den Schirm steuern. Mit einem erfahrenen Piloten macht auch die Luftakrobatik viel Spass. Na? Interesse gekriegt? Weitere Infos gibt’s unter www.paraventura.ch
J.R.


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