Spontaner Anruf von einer Freundin: „Hey, wir gehen nach Interlaken um River Rafting zu machen, bist du dabei?“ „Ja, aber natürlich!“ Schnell das Badezeugs eingepackt und los geht’s!
In Interlaken angekommen müssen wir erst mal die „Basis“ finden, denn es gibt dort mehrer Büros, die extreme Aktivitäten anbieten. Endlich gefunden. Unser Guide ist ne echte Spasskanone. Er ist gebürtiger Engländer, aber wohnt in Neuseeland, ist nur während des Sommers in der Schweiz und kann kein Wort Deutsch. Also werden unsere englischsprachigen Gehirnzellen aktiviert und so gibt’s auch keine Verständigungsprobleme.
Wir pressen uns in die engen Neoprenanzüge, bekommen Rock shoes (dass sind Schuhe in denen man abrocken kann J) und noch einen Helm und eine Lifejacket. „Feeling sexy?“, fragt unser Guide. Die Antwort ist einstimmig: „No, stupid…“ Schliesslich werden wir mit einem Bus an unser Ziel transportiert. Dann werden die Überlebenstipps gegeben: „What’s the first thing you do when you fall out the boat?“ “Scream?” Und wer hätte das gedacht, diese Antwort war richtig! Langsam aber sicher mache ich mir Sorgen und ich werde ganz kribbelig, denn der Fluss, Lütschine (von keltisch leucos, leuca = weiss, hell, glänzend), ist arschkalt, da es Gletscherwasser ist. „Ich will aber gar nicht ins Wasser fallen!“, jammere ich.
Na ja, einen Rückzieher kann jetzt sowieso nicht mehr gemacht werden und wir steigen in unser KNALL ROTES GUMMIBOOT!
„Is this your first time rafting?“, fragt unser Guide. „Ya… That’s why we’re scared…” “Don’t worry; it’s my first time too.”, gibt der Guide zur Antwort und so naiv wie ich bin, glaub ich dem Idioten noch.
Die erste saukalte Welle lässt nicht auf sich warten und die Hände scheinen zu erfrieren und jeder einzelne Finger fühlt sich an wie ein Eiszapfen, den man leicht abbrechen könnte. Wir werden hin und her geschleudert, versuchen mit unseren Rudern irgendwie zu steuern und wenn der Guide schreit „Lean in, hold on!“ gibt’s nur noch eins: ganz ganz ganz fest halten! Meine Todesangstschreie scheinen einige Passagiere zu verwirren, aber mit der Zeit finden sie es wohl ganz lustig und ich auch. An einer ruhigen Passage zwingt uns der Guide ins Wasser zu springen, dass heisst also Luft anhalten und rein ins eisige Nass. Am Schluss münden wir in den blauen, warmen Brienzersee. Jetzt heisst es nur noch ans Ufer paddeln.
Fazit: River Rafting macht echt Spass und durch die Ausrüstung, die man erhält, ist man auch sehr gut geschützt. Es muss allerdings mit Ausgaben von etwa 110 CHF gerechnet werden, wobei die Anzüge, Schuhe, Schwimmwesten, Helme und die Fahrt zum Fluss inbegriffen sind. Wer noch die Fotos haben möchte, zahlt drauf. Man braucht keine Vorkenntnisse, nur ein Mindestalter von etwa 16 Jahren. Kurz gesagt: It’s wet fun!
J.R.


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