Aufstehen, frühstücken, arbeiten, Mittagspause, wieder arbeiten und danach essen und schlafen gehen und dies Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr bis zum Ende der Zeit. Zwischendurch kacken nicht vergessen. Die Monotonie des Alltags scheint unaufhörlich zu sein wie die Existenz eines Mistkäfers, der dazu verdammt ist ständig Dreck vor sich herzurollen, hin und her, bis er selber zu Abfall wird. Diese gehirnzellentötende Routine macht Menschen dumm ohne, dass sie es bemerken, denn durch dieses wiederholende Muster sind viele nicht mehr offen für Neues oder Unerwartetes. Ganz im Stil von: „was der Bauer nicht kennt, isst er nicht“ werden auch ungewöhnliche Aktivitäten verpönt und als nichts Gutes für zivilisierte Bürger angesehen. Schliesslich gilt es nicht nur Gewohnheit in das Leben zu bringen nein, auch die Charakterzüge eines funktionierenden Mitglieds der Gesellschaft werden der Masse angepasst. So ist es zum Beispiel nicht mehr erlaubt am Arbeitsplatz oder in öffentlichen Räumen seine Gefühle zu zeigen. Ist der Bürger traurig und weint, heisst es, er sei eine Heulsuse. Ist er jedoch glücklich und lacht, hat er bewusstseinserweiternde Drogen eingenommen. Doch Gefühle bei Seite, es ist schlimm genug, dass unsere Lebensweisen routiniert sind.
Viele argumentieren, dass sie gar kein langweiliges Leben führen, denn schliesslich haben sie viele Hobbies: Dienstagabend Jassen mit Freunden, Mittwoch proben mit der Musikgesellschaft, Donnerstag ins Fitnesscenter und Samstagmorgen das Kreuzworträtsel machen. Wo bitteschöne ist da das Unerwartete und Aufregende, wenn man genau weiss, wo man wann hingeht und was man da macht?
Mein Tipp um seinen Horizont zu erweitern und dem langweiligen Alltag den Stinkefinger zu zeigen ist: Mindestens einmal pro Monat etwas tun, was man sonst nie tun würde wie zum Beispiel zum Bahnhof gehen und schreien „Ich habe eine Bombe“, an einer Naziparade teilnehmen mit einem T-Shirt auf dem steht „Hitler war voll schwul“ oder Frauen an die Brüste fassen und überlegen ob diese nun echt oder mit Silikon gefüllt sind. Somit lernt man schnell viele verschiedene Leute kennen und es wird einem garantiert nie langweilig, denn schliesslich kann man nie wissen, wie diese reagieren werden.
Ihr seht also, es ist nicht so schwer dieser Einöde zu entfliehen, denn schliesslich findet der Alltag, wie der Name schon sagt, im All statt.
J.R.

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